Ätna

Philipp und Karo sind Sonntag angekommen – gleichzeitig wie ein Sturm, der uns 3 Nächte in den Hafen von Riposto zwang. Seit gestern liegen wir in der Bucht von Taormina. Gestern haben wir in diesem hübschen Städtchen mit grandiosem Blick über das Meer gegessen.

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Heute fuhren wir bei wolkenlosem Himmel auf die Nordseite des Ätna. Ein Unimog fuhr uns von 1800 auf 2800 m und von dort  stiegen wir zum Hauptkrater auf, der 2003 zuzletzt grosse Lavaströme ausgeschüttet hat und heute wieder vermehrt dampft und raucht. Grandios!

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Morgen sehr früh werden wir zum dritten Mal durch die Strasse von Messina gegen Norden fahren um Philipp und Karo vor ihrer Weiterreise die Liparischen Inseln zu zeigen.

Die Vulkaninseln im Schneckentempo

_Aeolische kl

Nach dem Schweinsgalopp nach Albanien (5 Nachtfahrten, 1220 Seemeilen in 26 Tagen) haben wir uns Zeit für die Äolischen Inseln lassen können (0 Nachtfahrten, 190 Seemeilen in 12 Tagen). Ein grosser Genuss! Zuerst haben wir Manfred und Donata Beck mit Familie in Lipari getroffen. Zu siebt zogen wir los. Auf dem Weg auf den Gipfel von Salinas erzählte Manfred seinen Töchtern Alba und Luise seine Fassung der Räuber Hotzenplotz Abenteuer, das hielt nicht nur die beiden Mädchen bei Laune. Der Hotzenplotz isst bevorzugt Spaghetti mit Schlaftrunk in der Sosse. Anschliessend verbrachten wir Klaus‘ Geburtstag auf Stromboli.

_Stromb kl

Hier der Blick auf den Ankerplatz vor Stromboli. Wir konnten uns einer Wandergruppe mit Bergführer anschliessen. Spätnachmittags marschierten wir los um kurz vor Sonnenuntergang oben auf dem Grat anzukommen. Alle 15 Minuten oder so gibt es kleine Eruptionen, die dank klarem Tag gut zu sehen waren.

_Stromboli kl

Der Mär des Menschen, der sich die Erde zum Untertan macht, wird auf dem Stromboli als grosse Illusion entlarvt! Der Abstieg ist ein Spaziergang auf sandigem Steilhang, man ist blitzschnell mit je einem Kilo Sand in den Schuhen wieder unten. Bildmitte sieht man den Weg, erkennt aber nicht, wie steil er ist.

_Strmb Sand

Nach der Schuhentleerung haben wir Pizza gegessen. Der Pizzaboden schmeckte leider wie Filz und wir haben den kulinarischen Teil des Geburtstags zwei Tage später auf der Insel Vulkano genossen. Im Bild der Ausblick von unserem Tisch aus auf eine Bucht, in der wir am nächsten Tag ankerten.

_Lipari kl

Seither segeln und ankern wir in solchen Buchten, jede ist anders, alle sind schön. Die Hauptsaison ist vorbei und wir sind nun oft alleine dort. Alleine in einer einsamen Bucht den Sonnenuntergang zu geniessen, das ist die Krönung.

_Klaus kl

Erst wenn die Tomaten und der Rotwein alle sind müssen wir wieder in eine Marina.

Überraschung Albanien

Von Portorosa sind wir weiter durch die Strasse von Messina nach Riposto, von dort aus direkt nach Corfu. Die Überfahrt von Sizilien nach Corfu, immer hoch am Wind, war herrlich – Nachtfahrten sind bei Mondschein am schönsten. Corfu ist grün und sehr schön, man merkt dort nichts von der Griechenlandkrise.

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Von Corfu aus sind es 15 Meilen nach Albanien. Was für eine Überraschung in Albanien! Keine unserer Befürchtungen (Sicherheit, Sauberkeit, Armut, etc.) ist eingetroffen. Im Gegenteil, die Marina ist vielleicht die sicherste im ganzen Mittelmeer.

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Die karge Landschaft ist wie eine Tüte gefüllt mit Überraschungen. Quellen, die im Wald herausblubbern und irrsinnige Farben erscheinen lassen.

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Butrint, eine Halbinsel mit grossen archäologischen Ausgrabungen, hat uns ebenso begeistert wie Gjirokastra, eine Stadt am Hang unterhalb von einer Burg, die grossartiges Mauerwerk zeigt. Beides hat es auf die UNESCO-Liste der Weltkulturerben geschafft.

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Ein Damenhaarschnitt kostet 10€, unsere Pizzas gestern, die prima waren, mit Getränke 13€, die Saphir liegt sicher und wir sind überrascht und glücklich. Klaus meinte gestern, dass hier eine Notwendigkeit (Ausklarieren aus der EU) zum Highlight wird, und so ist es. Morgen segeln wir zurück nach Corfu, denn wir möchten zurück auf die Liparischen Inseln und nach Sizilien. Doch auch Albanien werden wir 2016 erneut besuchen.

In Eile durch das Mittelmeer

Und die Internetverbindungen sind schlecht, wir fliegen gleich wieder raus also hier ein kurzer Zwischenbericht mit nur 1 Bild. Wir eilen gerade nach Albanien um dort auszuklarieren, danach haben wir wieder 18 Monate Zeit für die gemächliche Weiterreise. Wir scouten aber die Gegenden schon vor. Momentan sind wir auf der Nordseite von Sizilien. Vorher waren wir auf den Liparischen Inseln, in Amalfi, auf den Pontinischen Inseln, in Südkorsika und Nordwestsardinien. „Im Schweinsgalopp“, meint Klaus. Hier ein Brunnen in Amalfi.

Büste amalfi

Es macht aber riesig Freude!

Unsere Liebesaffäre mit Sardinien

Mallorca war schöner als erwartet, aber Sardinien begeistert uns. Die Liebesaffäre hat im Hafen Carloforte auf San Pietro angefangen, da mussten wir uns von der Überfahrt, die 2 Nächte beanspruchte, erholen. Weil es so schön war blieben wir 3 Nächte.
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Wir haben die Fahrräder ausgepackt und die Insel erkundet. Das Wasser hatte etwa 22° und wir gingen in dieser Bucht erstmals auf Sardinien baden.
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Mit dem Vorsatz, San Pietro nicht zum letzten Mal gesehen zu haben, segelten wir weiter nach Cagliari. Das archäologische Museum dort war ein Muss. Es ist für die Bronzen der Nuraghe-Kultur bekannt. Man weiss wenig von diesem Volk, das von 1600 v.C. bis etwa 600 v.C. die Insel bevölkerte. Aber die Bronzen sind kunstvoll gemacht, witzige Miniaturen von Menschen, die Schalk in Bronze zu giessen verstanden. Herrlich! Leider war es so heiss und der Weg den Hügel hoch mit dem Rad so anstrengend, dass wir die Kamera nicht dabei hatten. Hier ein Bild der Altstadt von Cagliari.
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Nach 3 Tagen in der Stadt nutzten wir den Wind um die Ostküste anzusteuern. Wir haben einige Ankerbuchten aufgesucht und sie in vollen Zügen genossen. Das Wasser hat mittlerweile 26°, was mir als Südstaatenfrau sehr entgegenkommt. Andere Segler sieht man selten, es ist überhaupt sehr ruhig, die wenigen Ausflugsschiffe sind abends weg und das Leben lässt sich in diesen Buchten in vollen Zügen geniessen.
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Vorgestern haben wir den kleinen, feinen Hafen in Santa Maria Navarrese angesteuert, um wieder einmal Proviant einzukaufen. In allen Ortsbeschreibungen wird ein Olivenbaum erwähnt, der 2000 Jahre alt ist und den Schutz der Prinzessin Maria von Navarro seit 1000 Jahren geniesst. Ein wahrlich heiliger Baum! Santa Maria hin oder her, man versteht den Stolz der Menschen auf diesen Olivenbaum.
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Von hier aus fuhren wir mit einem Mietauto ins Inland, um zu den Resten einer Nuraghe-Siedlung zu steigen. Der Berg Tiscali bietet ganz oben einen grossflächigen, natürlichen Schutz aus überhängenden Felswänden – dort eingenistet sind etwa 80 Überreste einer rätselhaften Siedlung. Es war brütend heiss und die Tour mit etwa 600 Höhenmeter streng. Es hat sich aber gelohnt, die Gegend ist berauschend schön und archäologisch und geologisch einzigartig.
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Der Generator und die fliegende Kaffeemaschine

Vom Generator werdet ihr, so hoffen wir, nichts mehr hören, denn der Neue ist eingebaut und macht was Tolles: Wenn man den START Knopf drückt, dann fängt er an zu laufen. Patrizio musste den 90 kg schweren Motor durch den geöffneten Cockpitboden abseilen. Endlich! Nun machen wir Strom und Wasser und können längere Zeiten von den Häfen fern bleiben.
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Tom verabschiedete sich mit einem Wahnsinnsgewitter am Sonntag. Die Böen im Hafen waren so stark, dass es die Saphir gegen den Steg drückte und nur Tom, der alleine auf dem Schiff war, konnte mit aller Kraft eine starke Beschädigung am Rumpf verhindern. Danke Dir, lieber Tom, und auf Wiedersehen auf der Saphir! Montag feierten wir unseren 3. Hochzeitstag in einem wunderbaren Lokal von Ricard Camarena in Valencia. Wir haben auf das Weinpairing verzichtet, denn mit 11 Gängen wird das heftig. Wir wissen das aus Erfahrung…
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Von Valencia aus ging es an das Nordostende von Mallorca in eine Ankerbucht. Wir wollten uns da von der Übernachtfahrt erholen, sind aber nach nur einer kurzen Nacht vor Anker kurzentschlossen mit der Sonne weiter nach Sardinien.
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Wir wussten, dass der Wind gut sein wird und später abflacht. Also nichts wie los – und bald hatten wir unseren Wind bekommen. Mit bis zu 34 Knoten und 4 Meter Wellen – mehr bietet das Mittelmeer nur ganz selten – hat er uns stundenlang in Atem gehalten. Die Nespressomaschine hat den Flug durch die Bordküche angetreten, der Agavendicksaft wurde zu Agavenschaum und wir haben uns erstmals diesen Sommer die Rettungswesten angezogen. Das war unsere erste längere und strengere Überquerung, wir waren aber schnell am Ziel (nur 45 Stunden, nicht 60), die Saphir bewegt sich grandios durch die hohen Wellen und wir sind nun hochzufrieden in San Pietro/Carloforte am Südwestende von Sardinien.
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Vertraute Gefilde

Valencia kann man mit dem Fahrrad bestens erkunden. Hier haben wir zum ersten Mal unsere Klappräder mit 28-Zoll Reifen richtig genossen. Man glaubt es kaum, aber sie lassen sich unter Deck perfekt verstauen.

Velos in Valencia

In Valencia kümmerten sich Klaus und Patrizio um den Generator. Nachts um 1 Uhr war klar, dass er ersetzt werden muss. Das geschieht am 15. Juni in Valencia. Darum konnten wir mit Tom, der Montag anreiste, nicht den geplanten Törn nach Sardinien antreten. Das ist aber nicht schlimm, denn es gibt uns die Chance nochmals Mallorca und Ibiza zu besegeln und Tom unsere liebsten Ecken zu zeigen. Wie zum Beispiel die Bucht Calle de Sa Calobra.

Klaus und Tom kl

Und Mallorca hat noch weitere wunderbare Ecken. Das Bild zeigt die Westküste, die karg und einsam ist. Zum zweiten Mal werden wir das Nordostcap umrunden, diesmal hoffentlich nicht wieder mit 40 Knoten Wind. Von dort aus geht es weiter Richtung Caprera (zum 6ten Mal!!) Kaum vorstellbar, dass es Buchten im Mittelmeer gibt, die uns ähnlich magisch erscheinen!

Westseite Mallorca kl

Von Mallorca nach Valencia

Nun sind wir in Valencia, der Generator wurde gerade ausgebaut und Patrizio meinte, dass er diesen Schaden vorfindet wenn die Generatoren nicht regelmässig laufen. Eine verblüffende Aussage, bedenkt man dass das bei Schiffsgeneratoren auf Privatyachten üblich ist. Er wird nun entrostet und geprüft, dann soll er 10 Stunden am Stück laufen. Die Karbonisierung der Oberfläche wird einen Rostschutz bilden, so lautet die Theorie. Wir bleiben gespannt.

Vor der Überquerung ging Klaus noch in der wunderschönen Bucht Cala Sahona auf Formentera baden.

Sahona klein

Ich stand lange auf der Schwimmleiter mit den Füssen im Wasser. Immerhin. Auf der Überquerung von den Balearen nach Valencia war der Himmel wolkenlos und wir haben eine wunderbare Nachtfahrt unter dem Sternenhimmel gemacht. Unterwegs habe ich im frischen Nordostwind ein wenig gearbeitet.

kalt oder warm

Einmal Mallorca umrundet

Von der kleinen Insel Cabrera ausgehend sind wir im Uhrzeigersinn rund um Mallorca gesegelt. Mal blieben wir in Häfen, oft als kleines Schiffchen zwischen grossen Motoryachten.

1 porto soller eingeklemmt

Schöner hatten wir es in Ankerbuchten. Das Wasser war max. 21°, aber sogar Miss Alabama hat sich kurz hineingewagt. Zu schön, zum widerstehen….

Bucht

Zum grossen Teil hatten wir günstigen Wind. In der Nordostecke, rund ums Kap hat uns auch ein Wind mit 40 Knoten (70 km/h) erwischt.

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Da hat sich die Saphir mal eben weggeduckt und wir refften schnell die Segel. Am Ende unserer Umrundung waren wir noch 2 Nächte in Cabrera, die allerschönste Bucht, die wir auf unserer ganzen Reise bisher kennenlernen durften.

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Anschliessend starteten wir früh um den grossen Schlag zur Insel Ibiza zu machen. Hier werden wir zwei Ankerbuchten besuchen, auf Formentera hat es eine oft gelobte. Dann wird das Schiff für die Überfahrt nach Valencia klar gemacht – langsam verabschieden wir uns von den Balearen.

Perfekte Segeltage

Blog Mai9

Seit Tagen weht der Wind in guten Stärken, daher zwischen 10 und 16 Knoten. Wir segeln in der Regel mit wenig Lage auf schönen Raumwindkursen. Wenn eine Welle und eine Bö über 20 Knoten uns helfen segelt die Saphir auch mal gerne über 8 Knoten. Dann sind wir „rasend“ schnell und überglücklich. Damit der Poseidon bei Laune bleibt bekommt er abends stets einen guten Schluck Rotwein. Die Sonne brennt bereits beständig und wir müssen uns vor Sonnenbrand schützen. Alles gut! Was ist aber mit dem Generator? Der soll in Valencia geflickt werden….