Letzten Samstag, 22. Juni um 1.30 Uhr in der Nacht sind wir in Beaufort/North Carolina angekommen.

Ein- und Ausreisen aus den Ländern wird jetzt für einige Monate der Vergangenheit angehören. Bis fast Ende des Jahres wird die Saphir die Ostküste der USA besegeln.
Ausreisen aus den Bahamas geht ganz leicht: man segelt einfach weiter und schickt, sobald man im neuen Land angekommen ist einfach per Post die Papiere an das bahamische Zoll- und Einreiseministerium. Gut, dass wir das nicht gemacht haben!
Als wir Freitagnachmittags in Ft. Lauderdale ankamen sind wir sofort per Taxi (50$) zum Zoll und zur Immigrationbehörde gefahren. Die Amerikaner werden sehr pampig, wenn man das nicht macht. Dort geht die Unterhaltung so:
„Did you already register upon your arrival?“
„No, we just arrived and want to register here and now“
„You cannot register here. First you have to call this number: 0800…“
„We cannot call this number because we have non-US SIM Cards“
„Ok, you can register via the following app (NAME)“
„We have no internet connection yet, because we just arrived“
„I am sorry, but you have to register first, then we can proceed“
„But it is not possible to do that for us because we cannot call an 800-number in the US nor download an app since we have no internet connection. Can we use your WLAN?“
„Sorry, but we can not give you the access. Please register and please, step back from the window“
Das ging so noch eine ganze Zeit hin und her. Die Dame wollte uns einfach nicht helfen.
Doch es gibt auch die guten Menschen. Der ‚Kunde‘ hinter uns, ein Amerikaner, hat das alles mitgehört und bot uns dann an, sein Telefon zu benutzen. Das machten wir.
Wenn man diese Nummer anruft, ist es wie bei der Deutschen Telekom. Es ist eine peinliche Endloswarteschleife. Nach über 20 Minuten Warten hatten wir endlich diese Registriernummer. Und danach ging alles problemlos. Nur nochmals die gleichen Daten die wir telefonisch bereits durchgegeben haben jetzt der Dame mitteilen und wir hatten den Stempel im Pass.
Jetzt zum Zoll. Der hatte nun leider geschlossen und wir mussten wohl oder übel am folgenden Montag nochmals hin.
Montags nahmen wir die Fahrräder. Brüllende Hitze, komplizierter Weg, 6-spurige Straßen, breite und schnelle SUV für die Radfahrer Aliens sind.
Beim Zoll legen wir die Papiere vor: Registrierung und Versicherung. Der Herr ist sehr freundlich und fragt nach den bahamischen Papieren. Die haben wir nicht dabei. Sie sind auf der Saphir. Eigentlich wollten wir sie längst auf die Bahamas schicken…
Ufff, nochmals 40 Minuten mit dem Rad zur Saphir und wieder zurück. Das willst du nicht.
Doch es gibt auch die guten Menschen. Ein italienisches Seglerpaar bekommt die ganze Geschichte mit und bietet an uns mit ihrem Auto hin zu fahren. Wir nehmen an. Am Ende fahren sie für uns 1,5 Stunden durch die Gegend. Unglaublich! Die Frau sagt, dass sie vor einigen Jahren einen Skiunfall hatte und Hilfe von einer Person bekam, die sie weit zu einer Klinik fuhr. Diese Person damals wollte keine Entschädigung sondern bat die Seglerdame, dasselbe zu tun, wenn sie mal jemand anderes helfen kann. Wir haben das Prinzip sehr gerne übernommen und werden, wenn sich die Gelegenheit bietet dasselbe tun.
Wir sind also seit gut zwei Wochen offiziell in den USA, mit allen Stempeln und einem einjährigen Cruising Permit.
Doch seit wir in Ft. Lauderdale angekommen sind ist alles anders. Jeden Tag gibt es heftige Gewitter, mehrmals am Tag, mit massig Regen. Die Luft ist extrem warm und feucht -immer über 30° und 90%. Wie soll man da weiter segeln? Ein 22 m Metall-Mast auf hoher See ist die beste Methode Blitze einzufangen und die gesamte Elektronik lahmzulegen – oder sich ein großes Loch in den Rumpf zu brennen.
Wir verschieben unsere Abreise um einen Tag. Eine gute Entscheidung, denn die Gewitter waren sehr heftig. Doch irgendwann musst du los.
Anfangs ging es super. Der Golfstrom schenkte uns noch einige Knoten und wir machten gut Strecke, zeitweise waren wir mit bis zu 10 Knoten über Grund unterwegs.
Dann, am frühen Abend die erste Front. Ausweichen geht nicht, also am besten vierkant durch. Das dauert 20-30 Minuten wenn man ihr entgegenfährt. Vorher kommen Handfunke, SAT-Telefon, IPad mini und beide IPhones in den Dampfkochtopf, größere PC etc. in den Backofen.
Wenn die Front näher kommt, spürt man erst einen kalten Hauch und dann, innerhalb von Sekunden heult der Wind auf (meist auf über 40 kn) und er dreht um 90° im Uhrzeigersinn. Man ist also besser gut gerefft oder hat die Segel ganz unten.
Letztlich hatten wir auf dem Törn von Ft. Lauderdale nach Beaufort die ganze Zeit 20-30 kn Wind, ziemlich hohe Wellen und jeden Tag eine mächtige unausweichliche Gewitterfront. Essen fiel aus, man musste sich immer mit zwei Händen festhalten wenn man sich auf dem Schiff bewegen wollte. Pfirsiche, Bananen, Birnen, Chips, das ging.
Wir waren ziemlich froh als wir nach drei und einer halben Nacht hier ankamen und brauchten erstmal Erholung. Nochmals so ein Törn – nur wenn er sich unter gar keinen Umständen vermeiden lässt.
Jetzt haben wir Cape Hatteras vor uns. Die Umrundung dauert 50-60 Stunden. Dort stoßen der warme Golfstrom und der kalte Labradorstrom zusammen. Die Gegend wird auch der Schiffsfriedhof des Atlantik genannt, 6000 Wracks.
Diesmal werden wir das Wetterfenster sehr genau studieren und abwarten bis es sicher kommt.
Beaufort wurde zur schönsten amerikanischen Kleinstadt gewählt. Und in der Tat, hier kann man es gut ein paar Tage aushalten.










Angeblich soll der stinkende Vulkanschlamm gut für die Haut sein. Wir haben das ausprobiert. Wenn man unseren alt machenden Erschöpfungszustand mit der Schlammverjüngungstour gegenrechnet, kann man sagen: es stimmt – wir sahen danach aus wie vorher…
Heute sind wir in den sagenhaften Tobago Cays angekommen. Irre, das türkisblaue Wasser, die kleinen Inseln mit kleinen Sandstränden und draußen das Riff mit den brechenden Atlantikwellen. Wir haben nun Nebensaison und die Cays werden nur von einer überschaubaren Anzahl Yachten besucht.
By end of January 2018, five months after the first installation, the W&S functioned for the first time! But unfortunately only for a short time …after 300 nautical miles in the Caribbean with typical winds up to 20 kn and moderate waves, the bracket of the W&S bent under the pressure and even the „low friction ring“ needed for lowering the unit into the water wore out.
4) Also, it is impossible to remove Sargassum from the shaft without stopping. At present, the Atlantic and Caribbean are full of Sargassum though (an alga with a behavior like creepers), and it wraps itself around the shaft and obstructs the propeller. It is absolutely annoying to free the propeller and shaft again and again. Sometimes you’re lucky and a bigger wave washes the stuff away. However, our W&S is not suited for the conditions we have encountered.
There are two lines for lifting and lowering which are led through a curry clamp. When both are in it at the same time – and that’s usually the case – nothing works. The system blocks itself. So you have to – even with 7 kn speed and good waves – bend down far (you lie with the belly on the deck) and pull the nonused line from the curry clamp.
To hoist the unit from the water, you must use a pulley which has been mounted somewhere on the deck to lift the 40 kg maximum load. The line quickly becomes an additional pitfall.
It is also annoying that the hoisting line always detaches itself from the track and hangs sideways. You lose your leverage and can not hoist the unit. Again, you have to lie on the deck, strech your arms 80cm down the transom again and guide the (red) line back into the track.
To make the whole system safer I installed two extra curry clamps and a small cleat directly above the W&S. I was concerned that the one W&S clamp would not be enough to reliably absorb the water pressure of up to 300 kg over a long period of time.
When raised, the W&S swings left and right with each wave – another weak point. We therefore pulled an elastic line to the rear cleat to hold the W&S in one position. This solution was the official recommendation of the German agent. It works, but it looks really cheap.
Another point: to deinstall the W&S you have to raise the longitudinal axis. A ring is conveniently attached to the top. Unfortunately, it is so close to the rest of the installation that you almost cannot get it out, especially since you have to hold on to the W&S at the same time, which would otherwise fall into the water.
Bereits nach 300 Seemeilen in der Karibik mit typischen Winden bis 20 kn und mäßiger See hat sich die Aufhängung des W&S verbogen und kurze Zeit später ist auch noch der „Low friktion ring“, der zum Absenken gebraucht wird gerissen.
Zur Zeit ist der Atlantik voll mit Sargassum (eine Alge mit einem Verhalten wie Schlingpflanzen), das sich dauernd um den Schaft des W&S wickelt und dann den Propeller behindert. Es gibt keine Möglichkeit das Sargassum zu entfernen ohne anzuhalten 😦 Leider gibt es auch in der Karibik zwischen den Inseln immer wieder Felder mit Sargassum. Absolut nervtötend den Propeller und Schaft wieder und wieder zu befreien. Manchmal hat man Glück und eine größere Welle spült das Zeug weg. Wie man allerdings unter solchen Bedingungen den W&S auf dem Atlantik hätte benutzen können bleibt uns ein Rätsel.
Zum Liften und Absenken gibt es zwei Leinen, die durch eine Curryklemme geführt werden. Toll, wenn beide gleichzeitig drin sind -und das ist meist so – geht gar nichts. Das System blockiert sich selbst. Also muss man – auch bei 7 kn Fahrt und guter Welle – sich weit hinunter beugen (man liegt mit dem Bauch auf dem Deck) und zerrt die gerade nicht gebrauchte Leine aus der Curryklemme.
Anheben geht nur, wenn man vorher den mitgelieferten Flaschenzug irgendwo am Schiff und Aufholleine festgemacht hat um die 40 kg maximale Hebelast zu stemmen. Der wird dann schnell zu einer zusätzlichen Stolperfalle.
Nett ist auch, dass sich die Aufholleine immer von der für sie vorgesehenen Spur löst und seitlich hängt. Dann verliert man den Hebelarm komplett und kann nicht aufholen. Auch hier muss man sich wieder auf den Bauch legen und gut 80 cm tiefer die (rote) Leine in die Spur bringen.
Um das ganze System sicherer zu machen haben wir zwei zusätzliche Curryklemmen und eine kleine Klampe direkt über dem W&S installiert. Wir hatten Sorge, dass die eine W&S-Klemme nicht ausreicht um über einen langen Zeitraum die entstehenden Kräfte (bis 300 kg) zuverlässig aufzunehmen.
Im angehobenen Zustand schwenkt der W&S bei jeder Welle hin und her. Auf Dauer kann das nicht gut gehen. Wir haben deshalb eine Gummileine zur hinteren Klampe gezogen, die den W&S in einer Position festhält. Diese Maßnahme war die offizielle Empfehlung des deutschen Installateurs. Es funktioniert, aber es sieht echt beschissen aus.
Zuletzt noch eines: zum Abbauen des W&S muss man die Längsachse herausziehen. Dazu ist praktischer Weise oben ein Ring befestigt. Leider ist der so eng an der restlichen Halterung, dass man ihn fast nicht herausbekommt, zumal man ja noch gleichzeitig den W&S festhalten muss, der sonst ins Wasser fiele.
Zu allerletzt: Unser W&S wurde viel zu hoch montiert. Für unser Schiff hat eigentlich die Universalhalterung nicht gepasst. Trotzdem wurde sie eingebaut (und wir wussten ja nicht wie es wirklich sein sollte, 30 cm unter Wasser). Nun ist es so, dass bei großen Wellen und insbesondere wenn wir auf dem Steuerbordbug mit Lage segeln der W&S die meiste Zeit außerhalb des Wassers ist.
Notbetrieb geht so: Einer muss nach vorne, mit dem Bosch Akku-Schrauber auf dem ein Vierkant aufgesetzt ist, der direkt auf die Furlexachse passt. Damit lässt sich die Furlex in beide Richtungen bewegen, allerdings viel langsamer – und bei Welle auch viel nasser – als im Normalbetrieb vom Cockpit aus. Das Problem ist ein Magnetschalter, der die Stromzufuhr und Polung der Kontakte regelt. Eigentlich ein relativ einfaches Elektroteil, aber wenn es über Seldén gekauft werden muss, gibt es nur den gesamten Kasten mit der kompletten Steuerelektronik für gut 1.000 $. Doch wir wurden in St. Lucia besser fündig. Dort gibt es ein solches Teil bei einem lokalen Schiffsausrüster für weniger als 1/10 des Originalpreises von Seldén. In den nächsten 8 Tagen werden wir in Etappen nach Süden, St. Lucia, segeln, immer mit unserem Bosch-Schlagbohrschrauber im Cockpit.
Nachdem wir einige Versuche hatten um ihn überhaupt zum Laufen zu bringen (siehe frühere Bloggs) hat er nun ein grundsätzliches Problem mit der Stabilität der Aufhängung. Sie hat sich ziemlich verbogen. Früher war da ein präziser Halbkreis aus Edelstahl. Seit wir ihn nutzen können hatten wir keine besonders widrigen Segelverhältnisse. Das muss er locker aushalten können. Wir sind sehr gespannt, was W&S nun für Lösungen vorschlägt. Nun haben wir unseren nördlichsten Punkt erreicht – für diese Saison. Ab jetzt geht es wieder nach Süden Richtung Grenada.
Es ist Ostermontag und wir liegen in einer schönen Bucht auf der Ostseite von Antigua, eigentlich ist der Osten immer ungeschützt, weil der Passatwind aus dieser Richtung bläst, doch diese Bucht liegt hinter einem schützenden Außenriff. Ich habe ein wenig Zeit zum Schreiben.