Es ist doch einige Zeit vergangen seit dem letzten Post. Wir sind zu beschäftigt mit den vielen Eindrücke und ebenso mit den dauernden Videokonferenzen mit der Firma zuhause.
Zwischenzeitlich sind wir nur noch 20 Seemeilen von unserem Umkehrpunkt entfernt: dem Monacobre, einem der angeblich schönsten Gletscher von Spitzbergen. Wir werden ihn hoffentlich mit etwas Sonne genießen können. Aber die Wetterprognosen sind nicht so richtig positiv.
Dafür war die ganze Zeit bis zum Nordkapp herrlich. Wir hatten unerwartet viele norwegische Sommertage, durchaus mit T-Shirt (auch um Mitternacht).

Ein Großteil der Strecke bis Tromsø kannten wir schon. Das restliche Festland bis zum Nordkapp war Neuland.
Wir hatten eine Bilderbuch-Überfahrt nach Spitzbergen. Ein geniales Wetterfenster mit Wind aus der richtigen Richtung bis 25 kn und erträglicher Welle. Schneller als erwartet kamen wir in Longyearbyen an. Diese kleine Stadt genossen wir ein wenig, denn seit Tromsø gab es nur ein paar winzige Fischerdörfchen.
Sogar ein sehr gutes Restaurant gibt es dort. 12 Gänge zum Hochzeitstag vom allerfeinsten.
Dann Großeinkauf, denn die kommenden 4 Wochen sollten wir keine Zivilisation mehr sehen. Wir waren dreimal im Supermarkt. Die größte Fuhre mit dem Taxi zur Marina.
Es sind noch keine Yachten in unserer Größe unterwegs. Insgesamt deutlich weniger als im letzten Jahr. Um Umkreis von 20-40 km gibt es 3-4 gewerbliche Schiffe, die meist um die 20 Gäste an Bord haben. Es ist ein gutes Gefühl nicht vollkommen allein zu sein.

Einen Supergau erlebte Katrin, als ihr PC gecrashed ist. 3 Tage versuchte sie ihn zu flicken, mit durchwachsenem Erfolg. Er wollte nicht mehr laufen, aber sie konnte alle Daten retten. Dazu muss man wissen, dass wir hier sehr viel arbeiten. Fast jeden Tag Videokonferenzen, manchmal 3 Stück hintereinander. Mit iPads und iPhones arbeiten wir weiter. Und wir haben einen neuen PC per Express an den Schweizer Honorarkonsul nach Longyearbyen schicken lassen. Vorher haben wir uns immer gefragt, wozu in aller Welt ein 3.000 Einwohner-„Staat“ einen Schweizer Konsul braucht. Jetzt wissen wir es.
Glück hatten wir mal wieder mit dem König der Arktis. Er schwamm in respektvollem Abstand um die Saphir und ging dann an Land.

Um uns vor dem zu schützen haben wir für 300 € eine Flare-Pistole gekauft. Das ist billiger als eine zu mieten. Für weitere 1700 € gab es noch eine Eisbär-taugliche Flinte mit 10 Schuss. Im Einkauf kostet die Flinte weniger als die Miete, aber außerhalb von Svalbard dürfen und möchten wir keine Waffen mit uns führen.
So, jetzt Daumen drücken, dass auch unsere Rückkehr gut verläuft. Grober Plan: Winterlager ab Mitte September in der Nähe von Oslo oder der Hallberg Rassy Werft in Ellös. Unser Gefrierer hat den Geist aufgegeben und der Kühlschrankkompressor klingt auch nicht mehr gut. es wird also wieder ein paar Reparaturen geben.