Wem das Flugzeug fliegt

Wir sind in Longyearbyen. Das ist die Hauptstadt von Svalbard, das wir in Deutschland Spitzbergen nennen. Sie hat um die 2.500 Einwohner, weitere knapp 500 Menschen leben sehr verstreut auf dem Archipel.

Seit Schottland haben wir 1.844 nautische Meilen zurückgelegt. Das sind ca. 3.320 km.

Hier wird kein Mensch geboren, denn es gibt keinerlei Geburtshilfen. Daher gibt es einen Helikopter, der jederzeit bereitsteht eine niederkommende Mutter direkt nach Tromsø auf das Festland zu fliegen. Flugdauer vielleicht eineinhalb Stunden.

Wir haben die Überfahrt nicht ganz so schnell geschafft. Dafür gab es ein optimales Wetterfenster, gut drei Tage Wind vom feinsten. So, dass wir die ganze Strecke segeln konnten. Wellen gab es auch und manche machten uns zu schaffen. Aber gut.

Besonders schön waren die Lofoten mit ihren schroffen Bergen. Es gab viele Gelegenheiten zu wunderbaren Wanderungen. Beeindruckend sind die von eingeflogenen Sherpas (ja, die aus Nepal) gebauten Stufen die Berge hinauf. Die Treppe bei dem berühmten Reinebringen hat fast 2.000 Stufen. Die Aussichten sind gigantisch, wenn man einmal oben angekommen ist.

Top of Reinebringen
Sherpa Treppe

Und überhaupt ist auch bei uns der Sommer eingekehrt. Seit wir den Polarkreis überquerten, haben wir fast nur noch Sonnenschein. „Nur noch“ ist durchaus ernst gemeint, denn seit dem 12. Juni ist die Sonne nicht mehr untergegangen. Gestern war der wärmste aller Tage hier in Longyearbyen. T-Shirt-Wetter auf dem Hausberg, nachdem wir durch Schneefelder hinaufgestiegen sind!

Wanderung in Hennigsvær

Katrins Schwester Isabel hat uns eine Woche von den Lofoten nach Tromsø begleitet. Das Teufelstor in Svolvær war ein wunderschönes Highlight auf einer Wanderung.

Das Teufelstor

Heute haben wir das Gewehr abgeholt, das uns vor den Eisbären schützen soll, die wir im weiteren Verlauf der Reise nach Norden vielleicht antreffen werden. Ein Mauser Sturmgewehr der Wehrmacht, Baujahr 1940. Das Hakenkreuz wurde herausgeschliffen, aber der Reichsadler ist noch gut sichtbar. Kosten für 2 Wochen: 340 Euro inklusive 30 Patronen. Das scheint ein gutes Geschäft zu sein, obwohl die Wehrmacht damit nicht besonders erfolgreich war.

Wem die Stunde schlägt, auch der wird ausgeflogen und in Tromsø beerdigt. Denn hier im Permafrost würden die toten Körper auf ewig konserviert und viele davon wieder an die Oberfläche gespült werden, egal wie tief sie begraben wurden. So sind jedem Svalbarder mindestens 2 Freiflüge im Leben gesichert.

Morgen geht es weiter. Wir werden nun endgültig den zivilisierten Bereich verlassen und uns, wenn es die Eissituation erlaubt, bis auf 10° nördlicher Breite dem Nordpol nähern.

2 Kommentare zu „Wem das Flugzeug fliegt

  1. Toll geschrieben, lieber Klaus. Das war wirklich eine wunderbare Woche mit Euch auf dem edlen Traumschiffle. Und, ich freue mich, photographisch verewigt zu sein auf deinem Blog. Liebe Grüsse an euch beide und TOITOITOI! Eure Isabel

  2. …. 🤩 – hoffe, ihr habt am Ende noch immer 30 Schuss übrig .. 🤗 !! Euch ein tolles Abenteuer …. ! Sven

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