Das Wetter macht keine Kapriolen

Am 14. Juli sind wir wieder zurück in Longyearbyen, der „Hauptstadt“ von Spitzbergen/Svalbard. Eigentlich könnten wir jetzt zurücksegeln auf das norwegische Festland. Wir bräuchten nur ein geeignetes Wetterfenster durch die Barentssee, auch nördliches Eismeer genannt.

Tatsächlich dauert es bis zum 1. August bis wir endlich loskommen. Vorher gibt es entweder Starkwind von der falschen Seite oder zu lange windlose Zeiten. In Longyearbyen bleibt es kalt (ca. 5°C) und meist regnerisch. Wir sehnen uns nach t-Shirt-Wärme.

Am Ende haben wir eine schöne Überfahrt mit meist günstigem Wind, einigen undurchdringlichen Nebelfeldern, die sich aber gut segeln lassen. Am 4. Tag legen wir um 7 Uhr morgens am Gästepantoon von Andenes an. Ein herrlicher Tag mit blankem Sonnenschein, Temperaturen bis 25° erwarten uns. Zum ersten Mal, seit wir in 2022 Maine/USA verlasen haben, bauen wir das Cockpit-Zelt ab.

Eine ganze wunderbare Woche bleibt das so. Doch, die Sonne kommt, der Wind geht. Bis zu den Lofoten sind wir vor allem unter Motor unterwegs.

Wir streben nach Süden, wollen bis zum 6. September unser Winterlager in der Nähe von Göteborg erreichen – eine Strecke von mehr als 1.600 km.

Seit den Lofoten ist das Wetter nicht mehr auf unserer Seite. Das Cockpitzelt wird wieder in Betrieb genommen. Meist Gegenwind mit viel Regen. Wir haben gehofft, dass wir nochmals ein dreitägiges Wetterfenster bekommen um von den Lofoten auf dem freien Meer nach Süden bis Ålesund zu segeln. Es sollte nicht sein. Stattdessen nehmen wir den geschützten Weg zwischen den Inseln. Einiges unter Motor bzw mit schnell wechselnden Winden zwischen 5-30 kn. Da hat man eigentlich immer die falschen Segel gesetzt.

Wir machen folgende Taktik: das Groß bleibt im ersten Reff und die Genua fahren wir raus und rein, je nach Bedarf. Da sind wir manchmal übertakelt und hängen etwas drin und manchmal untertakelt und kommen nicht schnell voran. Und wenn der Wind mal unter 10 kn geht nehmen wir halt noch den Motor dazu. Das allerdings machen wir nicht gerne. Das ist albern.

Jetzt hängen wir schon seit 15. August in Ålesund und kommen hoffentlich am Dienstagabend weiter. Es stürmt unablässig. Wir müssen wieder 6 Tage warten um das gefährliche Storegat zu umsegeln. Das sind nur 15 Meilen, aber die haben es in sich – Sturm und hohe Wellen.

Unsere Wetterprognose

Das Wetter schlägt keine Kapriolen, es arbeitet beharrlich gegen uns.

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