Zwischenstopp in Den Helder

Die Nordsee sei ein schwieriges Gewässer. Zuerst sah es nicht so aus – wir liefen hoch am Wind neben den vielen grossen Schiffen rasch die Küste entlang und machten 150 Meilen in den ersten 24 Stunden ab Cuxhafen. Dann hat der Wind zugenommen, wir mussten voll dagegen anlaufen und die 4-fache Strecke machen um überhaupt in Zielrichtung zu kommen. Hin und her im Zickzack bis Stefen und Klaus grün wurden und ich lieber überall auf der Welt gewesen wäre nur nicht auf der Saphir. Wir erreichten 22:00 den sicheren Hafen, haben etwas geschlafen und warten nun auf weniger Windböen und Welle um den weiteren Zickzack-Kurs nach London auzutreten. Vielleicht schaffen wir es am Mittwoch falls Poseidon und die Nordsee wieder freundlicher werden?

Sea Cow

Sea Cow

Update aus Hamburg: Freitagmorgen fuhr eine Yacht in unsere Saphir und hinterliess mit dem Anker im Rumpf einen hässlichen Schaden. Nicht nur hässlich – auch gefährlich, da Wasser durch die Fehlstelle in den Glasfaserrumpf eindringen kann. Das wird heute professionell gerichtet. Wir haben mittlerweile geputzt, eingekauft und die Sea Cow getestet, das Beiboot mit Elektromotor. Sie steht dem Klaus gut, die Sea Cow, finde ich! Nur macht sie kaum Lärm – die kleine Beiboote sind sonst immer furchtbar laut. Die Sea Cow summt nur.

Erste grosse Etappe beendet!

Erste grosse Etappe beendet!

Heute haben wir Hamburg erreicht – das Bild ist aber von der Schleuse Brunsbüttel. Jetzt steht die Saphir ca. 300m vom Herzog & DeMeuron Bau Elbphilharmonie in Hamburg. Klaus findet den Bau gut und ich daneben. Typisch! Desweiteren haben wir uns im Kanal nicht verirrt, die Elbe führte uns mit 10 Knoten nach Hamburg, unsere Rotwein-Vorräte sind fast alle (von 24 auf 4 Flaschen geschrumpft). Ausserdem haben wir fast alle technischen Probleme behoben, müssen dringend waschen und putzen und Mineralwasser und Vorräte einkaufen. Die Polizei stoppte uns heute schon wieder, unsere Flagge fällt auf, aber auch das konnte die gute Laune kaum trüben. Am Mittwoch gehts weiter gegen London, mit Stefan an Bord – wir freuen uns auf die neuen Crews und Etappen! Euch allen ein feines Wochenende.

Vom Regenbogen in den Starkwind

Vom Regenbogen in den Starkwind

Am 20 Juni verlassen wir Varborg, abends sind wir neben ernstzunehmenden Schiffen in Helsingborg. Unterwegs feiern wir die ersten 1000 Nautical Miles (1800 km). Am 21 Juni laufen wir schon 6:00 aus da der Weg nach Rödvig ein langer ist. Gestern dann die Steigerung – 13 Stunden Fahrt nach Warnemünde mit Windböen bis zu 50 kmh (30 Kn), einem überhitzten Motor, der seine Kühlflüssigkeit verliert und Wellen, die echt mürbe machen. Heute ist der Wind ebenso stark also bleiben wir im Hafen. Morgen geht es bis Kiel in einer weiteren langen Etappe. In Hamburg lassen wir den Motor erneut überprüfen.

Schwedische Schären

Schwedische Schären

Im wechselnden Licht der langen Tage geniessen wir die Landschaften in vollen Zügen. Es wird vor 4 Uhr hell, nach Mitternacht erst dunkler. Hier wird der längste Tag des Jahres gross gefeiert, was man gut verstehen kann wenn man diese Tage mal erlebt hat.

Hochzeitstag mit Blip

Hochzeitstag mit Blip

Wir fanden hier in Käringon ein wunderbares Restaurant. Heilbutt mit frischem Meerrettich. Unsere Hafeneinfahrt war spektakulär, denn die Rollvorrichtung des Vorsegels ging vor dem Hafen kaputt und wir konnten die Kurbel nirgends finden. Wir mussten mit flatterndem Segel bei starkem Wind einlaufen. Es war höllenlärmig und nervenaufreibend aber Klaus hat Nerven wie Stahlseile. Nach dem Essen fuhren wir zurück in die Werft, wo sie uns am nächsten Morgen den gerissenen Keilriemen ersetzten. Wir haben 2 neue fürs Ersatzteillager bestellt – das scheint uns ein Schwachpunkt zu sein. Und wo war das Werkzeug? Unter Captainssitzpolster!!

Geschenke und Geschenke

Geschenke und Geschenke

Nicht immer beglücken Geschenke die Beschenkten gleichermassen. Die kleine Kamera aber, die wir am Abschiedsessen zu Gesang bekamen, verdient ein Purple Heart. Denn unser Motor drehte an enger Stelle im Hafen plötzlich ins Leere. Wir waren zwischen Steinen und Flachwasser manövrierunfähig. Klaus wedelte alle Arme und ein Fischerboot schleppte uns grad noch rechtzeitig an den Steg. Die Kamera zeigte uns das Problem: eine Leine, die sich um den Propeller gewickelt hatte. Nun sind wir in der Werft in Ellös und beteiligen uns heute an einer Hallberg-Rassy Rallye. Wir liegen mit 30 weiteren Hallbergs im Werfthafen, die Königin darunter misst 20 Meter! Montag bekommen wir Software-Updates für die Navigationsinstrumente und einen neuen Motor für den Bugstrahlruder. Der jetzige deponiert nämlich Graphitstaub unter die Gästekoje und das ist eine Sauerei. Dann geht’s Richtung Hamburg.