Im Hafen von La Coruna

Ein Wort zu WLAN-Verbindungen um Hafen – sie sind lausig. Oft vergehen Stunden bis ein paar Zeilen und kleines Bild aufgeladen und korrigiert sind. Absturz, neu laden, Absturz…. Zum Segeln: Dienstag 21h segelten wir los und hatten Glück – die Biskaya war bei mässigem Wind mit wenig Welle friedlich wie ein schlafendes Baby. Freitag gegen 17h liefen wir in La Coruña ein. Conny war mit dem Auto hierher gefahren (!) um Seebär Tom abzuholen. Klaus und ich suchen seither die Galizischen Gourmet-Adressen (doch, es gibt sie) und geniessen das Treiben im Hafen. Hier sind viele Weltenbummler unterwegs. Sie flicken Schiffe, füllen Pantrys, prüfen Wetterberichte für Atlantik-Überquerungen und erzeugen eine Atmosphäre, die Sehnsüchte nach Welt und Weite hervorrufen.

BiskSonneuntergang

She can be a bitch or a baby

 

delfine biskaya 1

Die Biskaya gilt als schwieriges Revier. Uns zeigt sie sich bislang von ihrer sonnigsten Seite! Heute morgen startete der Tag mit Delfinen – sie spielen gerne mit der Welle am Bug; 3 von ihnen begleiteten uns lange. Der Wind war schwach, das Wasser glatt und wir entschieden uns nicht in Lorient sondern in Benodet anzulegen. Die Marine und der Ort stellten sich als Perlen heraus. So schön, dass wir morgen noch hier bleiben werden um Mittwoch gestärkt, beglückt und sehr früh den langen Weg (3 Nachtschichten da 60 bis 72 Stunden Fahrtzei) nach La Coruna anzutreten.

Cherbourg 2013

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Am 12.April 2013 liefen wir erstmals in Cherbourg ein. Wir waren mit einem Skipper und einer kleinen Crew auf einer Bavaria 51 von Horta nach Cherbourg gesegelt. Ziel war zu sehen, ob wir das grosse Meer und das Leben auf kleinstem Raum zusammen ertragen. Das Bild zeigt zwei sehr glückliche Menschen! Ein paar Stunden später standen wir im Hotel unter der ersten Dusche des Monats und am 14. April unterschrieben wir die Kaufverträge für die Saphir. Und mit ihr liegen wir nun am selben Steg in Cherbourg – pudelwohl und viel komfortabler.

Tower bridge

SYSaphir passiert die Tower Bridge (1)

In London haben sie die Tower bridge 14:30 für unsere Gruppe von 5 Schiffen geöffnet. Das war spektakulär! Hatte aber zur Folge, dass wir uns erst 14:31 auf den Weg nach Cherbourg machen konnten. Zwei Nachteinsätze und 49 Stunden Reisezeit mit 12-Stunden Pause in Eastbourne. In Eastbourne haben wir ein paar Stunden ohne Schieflage geschlafen und das Endspiel gesehen. Diese Pause lohnte sich – wir hatten an Mitternacht Sonntag wunderbare Winde und segelten mit bis zu 10 Knoten Geschwindigkeit mit Wind und Strömung nach Nordfrankreich. Heute Abend gehen wir in einem Sterne-Restaurant Wind, Weltmeister, Sonne, Meer und Crew feiern.

In London

Montagfrüh 4:30 segelten wir weiter. Der frische Wind gab uns gute Fahrt, spät abends schlief er ein und wir starteten den Motor. Mittwochmorgen erreichten wir die Thames-Mündung. Der Wasserweg in grosse Städte zeigt einem Spuren der frühen Industrialisierung und weltweiten Konsumindustrie, Spuren, die in Hochglanzbroschüren nicht erscheinen. Abends 19:00 öffnete ein Harbormaster für uns die Schleussen des Limehouse Basin, ein Yachthafen, der Teil von einem archaischen Kanalsystem in London ist. Gestern gingen wir in die Henri Matisse – Cut-outs Ausstellung im Tate Modern. Sie ist phantastisch. Weder Texte noch Drucke können das volle Leben wiedergeben, das aus den Cutouts förmlich herausspringt. Samstagnachmittag 14:00 wird die Tower-Bridge für unsere kleine Gruppe von 5 Schiffen dann hochgezogen und wir laufen Richtung Nordfrankreich aus. Das Endspiel werden wir in Brighton verfolgen, Poseidons Dazutun vorausgesetzt.